Gesundheitstage Paderborn

Wirtschaftskrise und Zahnarztpraxen

Die Wirtschaftskrise ist in Deutschland angekommen. Opel, Karstadt, Porsche; alle sprechen jetzt bei der Politik vor. Anfang Juni geht man von ungefähr 1.600 Unternehmen aus, die um die Finanzmittel des Bundes buhlen.

 

Doch dies können wir »Kleinen« nicht.Wir haben keinen großen Namen und/oder eine Masse an Mitarbeitern, die man werbewirksam »retten« kann! Also, wie sieht die Situation beim Zahnarzt aus?

 

Der Zahnarzt hat den Vorteil, dass die Zahnmedizin grundsätzlich auf zwei Säulen steht – KZV-Leistungen und Privatleistungen. Diese Zwei-Säulen-Strategie wirkt sich bei den meisten Zahnärzten als stabilisierend aus. Also schauen wir auf die Privatleistungen, die bei vielen Praxen circa 50 Prozent der Umsätze ausmachen.

 

Bei kurzlebigen und mittellebigen Wirtschaftsgütern ist der Umsatzeinbruch zurzeit noch eher klein. Doch bei langlebigen Wirtschaftsgütern, wie z.B. Haushaltsgeräten, wirkt sich die Kaufzurückhaltung schon aus. Verstärkt wird diese Situation durch die Abwrack, die den Geldfluss von vergleichbaren Waren weglenkt.

 

Insgesamt neigt der Verbraucher im letzten halben Jahr also zur Zurückhaltung bei Investitionen, insbesondere in langlebige Wirtschaftsgüter des Konsumbereichs.

 

Zahnmedizinische Privatleistungen sind Investitionen der Patienten in langlebige Anlagen der eigenen Gesundheit bzw. in das Selbstwertgefühl (Wohlfühlen, Ästhetik). Doch während der Konsum in anderen Bereichen der langlebigen Wirtschaftsgüter deutlich zurückgeht, ist dies in der Zahnmedizin nicht so.

 

Bei einer (nicht repräsentativen) Blitzumfrage in deutschen Zahnarztpraxen ergab sich folgendes Bild: Allgemein ist bis Mai kein spürbarer Umsatzrückgang festzustellen. Viele Zahnärzte berichten dagegen sogar von deutlichen Umsatzzuwächsen innerhalb des letzten halben Jahres. Lediglich in einigen ländlichen Bereichen und Städten mit hoher bzw. potenziell hoher Arbeitslosigkeit sind die Patienten zurückhaltender als andernorts.

 

Interessant ist, dass diese Zahnärzte dies in Verbindung bringen mit verstärkten Marketingaktivitäten verschiedener Art (Außenwirkung, Gestaltung der Praxis, extreme Kundenorientierung mit der Folge verstärkten Empfehlungsmarketings etc.).Weiterhin wird berichtet, dass die Patienten das Geld lieber beim Zahnarzt investieren als es auf der Bank zu lassen.

 

Aufgrund der stabilisierenden Wirkung der KZV-Leistungen und der Sonderstellung zahnmedizinischer Leistungen beim Verbraucherverhalten kann vermutet werden, dass sich die Krise, deren Ende 2009/2010 absehbar ist, vermutlich nicht gravierend negativ auf die Nachfrage nach zahnmedizinischen Leistungen auswirken wird. Allerdings müssen die Praxen vermehrt Augenmerk auf ein konsequentes Marketing richten.Die Tatsache, dass nicht klar positionierte Praxen es in Zukunft schwerer haben werden, wird durch die Krise noch verstärkt. Hierin liegt für viele Praxen eine große Chance.

 

Dies zeigt auch die Auswertung des Fragebogens für den Zahnarzt-Tag 2009. Häufig angekreuzt wurden dabei bei der Frage nach den Schwerpunkten für den Tag die Themen Praxis und Qualitätsmanagement. Dies zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg!