
Optimierung der Servicequalität in der Zahnarzt-Praxis
Marcello Liscia - Team Liscia Paderborn
- Experten für Veränderungsprozesse
- Dozent des Edmund-Christiani-Seminars der Ärztekammer
- Dozent der Excurs Professional GmbH
- Auszeichnung zur Neukundengewinnung, Innovationspreis 2009
- TOP 100 of Trainers Excellence, 2009
Der Vortrag zeigte anhand konkreter Beispiele wie die Zahnarztpraxen durch Optimierungen Ihre Servicequalität steigern können und informierte über ein eigens für medizinische Fachangestellte konzipiertes Schulungsprogramm.
Herr Liscia nutzte den von der AOK angekündigten "Arzt-Navigator", um den Focus auf den Service in der Zahnarzt-Praxis zu verstärken. In Rahmen einer kleinen Übung konnte jeder Teilnehmer erfahren, wie deutlich unterschiedlich der Wahrnehmungshintergrund und die Grundeinstellung in den Erwartungen und Handlungen seien können. Entsprechend sind Missverständnisse und Enttäuschungen vorprogrammiert.
Aktuell in der Zeitung
Wie aktuell dieses Thema ist, zeigte die Berichterstattung am Zahnarzt-Tag 2009 in der Ausgabe »Owl am Sonntag«. Diese kostenlose Wochenend-Zeitschrift wurde an über 40.000 Haushalte in Paderborn verteilt und beinhaltete wieder einen umfangreichen Artikel über den »AOK-Gesundheits-Navigator«. Damit folgt dieser Bericht einer Reihe von aktuellen Veröffentlichungen z. B.: Neue Westfälischen vom 2. Oktober 2009 und Wochenspiegel vom 6. Oktober.
»AOK-Arzt-Navigator«
Sicherlich haben Sie schon aus der Presse erfahren, dass die AOK Anfang nächsten Jahres den neuen »AOK-Arzt-Navigator« testen möchte. Nach der Pilotphase soll er auch den Kunden anderer Krankenkassen zugänglich gemacht werden. Aktuelle Berichte in den Medien zeugen davon, dass die AOK sich immer mehr als Plattform für Patienten verstehen will.
24 Millionen Versicherten können bewerten
Obwohl es Portale zur Ärztebewertung bereits zuhauf gibt - hier ist die Dimension eine andere. Die AOK will ihre rund 24 Millionen Versicherten auffordern, Ärzte und Zahnärzte öffentlich zu bewerten. Mitglieder anderer Krankenkassen, wie die der Barmer Ersatzkasse und die der Techniker Krankenkasse sollen später hinzukommen. Ziel des »AOK-Arzt-Navigators« ist dabei die Verbesserung der Behandlungsqualität.
Über den Sinn und die qualitative Aussagekraft des geplanten »AOK-Arzt-Navigators« lässt sich trefflich streiten. Das kürzlich vom Bundesgerichtshof verkündete Urteil über das Lehrerbewertungsportal »spickmich.de« zeigt aber, dass onlinebasierte Bewertungsplattformen zulässig sind. Angebote aus den USA wie »patientslikeme.com« zeigen, dass Patienten das Internet sehr aktiv und manchmal erstaunlich offen nutzen. Mit diesem Phänomen müssen auch Zahnärzte in der Zukunft leben.
Beim Arzt-Navigator sollen die Versicherten »anhand von festgelegten und mit Experten abgestimmten Kriterien« anonym »ihre Eindrücke über den Service und die gefühlte Behandlungsqualität schildern«. Leider ist damit niemandem geholfen, der eine Ahnung von der Ausgestaltung des Arzt-Navigators erhalten will. Somit kann auch ein Missbrauch der AOK-Bewertungsplattform nicht ausgeschlossen werden.
Subjektiv wahrgenommene Qualität
Letztlich sind Internetportale nur ein Abbild des ohnehin bestehenden Meinungsbildes. Wie Herr Liscia in seiner Präsentation ausführte: Der Zahnarzt hat es in der Hand, durch nachhaltige qualitative gute Leistungen das Meinungsbild in seinem Sinne zu beeinflussen und mit zu gestalten. Die vom Patienten subjektiv wahrgenommene Qualität wird darüber entscheiden, wie die Bewertung ausfällt.

Marcello Liscia
geschäftsführender Gesellschafter