Gesundheitstage Paderborn

Vortrag Zahnarzt-Tag 2010 - Funktionsanalyse

Funktionsanalyse in der Zahnarztpraxis

oder wie wichtig der richtige Biss ist!

Oberärztin Dr. med. dent. Sabine Linsen

2006 - Spezialistin für Funktionsdiagnose und –therapie der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie

2005 - Spezialistin für Prothetik der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde

2002 - Ernennung zur Oberärztin

 

Praktische Demonstration des Scanners durch Frau Stöth.

Ob Nackenschmerzen, Schlafstörungen, Migräne oder Rückenschmerzen. Vielfach liegt ihre Ursache in den Kiefergelenken und den Zähnen. Jeder Mensch besitzt bei vollbezahntem Kiefer ein so genanntes Stresssicherungssystem, welches von den Seitenzähnen ausgeht und auch bei körperlicher Betätigung beansprucht wird. Wenn das System dann nicht richtig läuft…

Craniomandibuläre Disfunktion, kurz CMD, als Folge der Funktionsstörung  oder des falschen Bisses, ist eine Funktionsstörung des Kausystems, welche wiederum Auswirkung auf den gesamten Körper hat. Organische und muskuläre Beschwerden können in vielen Fällen, so die Meinung der Experten, auf Kiefergelenksfehlbelastungen zurückgeführt werden. Sogar seelische Störungen können ihre Ursache in einer Kiefergelenksdysfunktion haben. Kaum ein anderer zahnmedizinischer Fachbereich hängt dermaßen mit der allgemeinen Humanmedizin zusammen wie die zahnmedizinische Funktionsdiagnostik und -therapie. Dies wurde den mehr als 40 Teilnehmern beim dritten Zahnarzttag besonders deutlich vor Augen geführt.

Bei der Entstehung cranio-mandibulärer Dysfunktionen (CMD) muss eine multifaktorielle Pathogenese berücksichtigt werden, in der zumindest vier Faktoren, nämlich die Disposition (arthrogen bzw. myogen), die Okklusion, die Psyche und die Zeit eine Schlüsselrolle einnehmen (Lauritzen). Das Fehlen eines klaren Leitsymptoms erschwert die Diagnostik der CMD zusätzlich. Funktionsstörungen des stomatognathen Systems erfordern daher auf Grund ihrer Komplexität einen interdisziplinären Ansatz in Diagnostik und Therapie.

Das zahnärztliche Ziel ist, eine CMD bereits im initialen Stadium zu erkennen und interdisziplinär zu therapieren, da eine fortgeschrittene und chronifizierte CMD die erfolgreiche Behandlung erschwert (Siebert 1992). Ein mehrstufiges Untersuchungskonzept hat sich heute als Standard in der Funktionsdiagnostik etabliert. Der Vortrag gab dem praktisch tätigen Zahnarzt ein Konzept und einen Überblick, wie er das komplexe Thema Funktionslehre in seinen täglichen Behandlungsablauf integrieren kann. Es wurde ein systematischer Überblick über die Bereiche zahnärztliche klinische Funktionsanalyse, bildgebende und instrumentengestützte Untersuchungsverfahren gegeben.

Eine weitere Schlüsselrolle nimmt die Bestimmung der horizontalen Kieferrelation zur Modellanalyse, zur Herstellung von Schienen und zur Planung und Durchführung der rekonstruktiven Therapie ein. Trotz der Variationsbreite möglicher Methoden herrscht jedoch auch heute noch Uneinigkeit über die geeignetste Technik, um die gewünschte Unterkieferposition zu erreichen. Durch das verstärkte Auftreten neuer Systeme und das Wiederbeleben "alter" Systeme zur Bestimmung der Zentrik wird diese Problematik noch verstärkt. Das Ziel der horizontalen Kieferrelationsbestimmung ist eine physiologische Kondylus-Diskus-Fossa Beziehung und eine physiologische Belastung der beteiligten Gewebe zu erreichen. Verschiedene Verfahren, deren Indikationen und Ziele wurden daher gegeneinander abgegrenzt. 

Referentin

Referentin Oberärztin Dr. med. dent. Sabine Linsen

Dr. med. dent. Sabine Linsen

Oberärztin

Mail: Dr. Sabine Linsen

Handout des Vortrages: