
Diverse Studien haben das Wissen der Patienten über bei ihnen durchgeführte Behandlungen untersucht. Dabei kommt es zu teilweise erschreckenden Ergebnissen. So wussten 27 Prozent der Patienten nicht, welches Organ bei ihnen operiert wurde.
44 Prozent konnten das Prinzip des chirurgischen Eingriffs nicht nachvollziehen. In einer anderen Studie hatten 54 Prozent der Patienten nicht alles verstanden, was sie in einer Einverständniserklärung unterschrieben hatten. Zwar liegen für den zahnmedizinischen Bereich derartige Studien nicht vor. Dennoch werden die Forschungsergebnisse aus der Allgemeinmedizin in der Zahnmedizin umfangreich diskutiert.Die sogenannte partizipative Entscheidungsfindung (shared decision making) oder die Patientenbeteiligung im Rahmen der Entscheidungsfindung spielt in der Zahnmedizin auf Grund oftmals mehrerer wissenschaftlich anerkannter Therapiealternativen bei einer Diagnose eine besondere Rolle.
Das Aufklärungsgespräch des Zahnarztes sollte daher folgende sechs Punkte umfassen:
1. Wie lautet der genaue Befund bzw. die Diagnose?
2. Welche möglichen Folgen hat meine Erkrankung?
3. Welche Therapie wird empfohlen? Gibt es Alternativen?
4. Bestehen bei Diagnose und Therapie mögliche Risiken?
5. Was passiert, wenn keine Behandlungvorgenommen wird?
6. Welche Kosten entstehen für mich?
Im Anschluss an dieses Gespräch erhält der Patient in der Regel entsprechende schriftliche Aufklärungsmaterialien und unter Umständen auch alternative Heilund Kostenpläne. Diese kann er dann dafür nutzen, um in einem weiteren Gespräch die offen gebliebenen Fragen zu klären.